Da wir den ganzen Tag Zeit hatten, waren wir zu Fuss unterwegs: Erst das Ho-Chi-Minh-Stadtmuseum, dann den Wiedervereinigungspalast mit Fuehrung und anschliessend den Tempel des Jadekaisers. Zwischendrin gab es die heftigsten Regenfaelle unserer Reise.
Markus fand den Palast ganz interessant, weil er zwar im Stil der sechziger Jahre eingerichtet war, aber sehr geschmackvolle durchgestylte Raeume zu bieten hatte. Schliesslich wird auch hier unser Aussenminister empfangen, wenn er Saigon besucht.
Mich hat der Tempel des Jadekaisers sehr beeindruckt. Er beherbergt fantasievolle Figuren aus dem buddhistischen, taoistischen und konfuzionistischen Glaubenskreis. Teilweise unheimliche Waechterfiguren, geschnitzte Szenen aus der Hoelle und Holzpferde, die Glueck verheissen, wenn man sie streichelt. Im Tempel beteten viele Glaeubige und alles war eingehuellt in Raeucherstaebchenschwaden. Ein intensives Erlebnis fuer alle Sinne!
Der weitere Verlauf der Reise war dann sehr anstrengend: Um 22 Uhr ging es mit dem Taxi (nach einer weiteren unschoenen Auseinandersetzung mit der Vermittlerin) zur innerstaedtischen Busstation, von da aus weiter zur Busstation ausserhalb der Innenstadt, dann in den grossen Reisebus und am fruehen Morgen Umstieg
Ich konnte im Reisebus gar nicht schlafen, Markus aber trotz allem. Er hat sogar die grosse Pause, die bereits nach einer Stunde in einer riesigen Verkoestigungshalle der Busgesellschaft abgehalten wurde nicht mitgekriegt.
Jedenfalls standen wir um 5 Uhr morgens unausgeschlafen und ungewaschen auf der Strasse am Ufer eines Mekongnebenflusses in Chau Doc, um uns dort irgendwo die Tickets fuer die Bootsfahrt nach Phnom Penh zu kaufen. Dank der Reisefuehrer (Lonley Planet und Loose-Vietnam) und klappte aber nach einigem hin und her alles bestens: Wir nahmen schliesslich mit ca. 14 Leuten ein langsames Boot, dass erst auf einem Nebenfluss und dann ueber den breiten Mekong tuckerte. Die letzte Strecke (ca. 1 Stunde) wurden wir mit einem Bus gebracht. Wir erreichten Pnom Penh dann gegen 18 Uhr.
Die Einreise nach Kambodscha lief voellig reibungslos. Wir hatten einen weiblichen Guide an Bord, eine sehr geschaeftige, gut englischsprechende Vietnamesin, (in ihren Nacken hatte sie HATE eintaetowiert), die die Paesse einsammelte,
Abends in P.P. waren wir nur noch bei einem Inder neben dem Hotel essen und unterhielten uns mit unserer neuesten Reisebekanntschaft Kerstin u.a. ueber buisness-process-management und die Ausreiseantraege aus der DDR und ihre Folgen.