Donnerstag, 9. Dezember 2010

Charmantes Hoi An

Wir waren drei Tage in Hoi An, einem kleinen Hafenstaedtchen im Sueden von Hue (ca. 120 km). Die Altstadt von Hoi an ist seit 1999 in die Liste des UNESCO Weltkulturerbes aufgenommen und das zu Recht. Ueber 800 einzelne Gebaeude der Stadt sind geschuetzt und die charmante Altstadt mit ihren engen Gassen wirkt sehr authentisch. Der Grund warum dieses Staedtchen so gut erhalten ist, verdankt es seiner geschichtlichen Bedeutungslosigkeit der letzten 200 Jahre. Davor war es ein bedeutender Handelshafen, der jedoch immer mehr versandete und daher fuer grosse Schiffe unpassierbar wurde.
Uns hat die Stadt besonders gut gefallen, da hier Japaner, Chinesen und viele Minderheiten zusammen gelebt und das Bild dieser Stadt wesentlich gepraegt haben. Neben den vielen Handwerkslaeden, die Seide, Porzellan, Holz und andere Kunsthandwerke feilboten, waren viele historische Gebauede zu besichtigen: Tempel, Versammlungshaeuser, Handels- und Privathaeuser.

Mein Lieblingsgebaeude ist die japanische Holzbruecke. Sie verband einst das chinesische mit dem japanischen Viertel. Bewacht wird die Bruecke immer noch von beiden Seiten, jeweils von einem Hund und einem Affen, welche an den Baubeginn (Jahr des Affen) und das Bauende (Jahr des Hundes) erinnern. Ansonsten hat die Bruecke noch einen kleinen Tempel, in der die Bewohner beten von Fluten verschont zu werden. Hoi An hat auch in juengerer Zeit immer noch Hochwasser, was wir an den Pegelmarkierungen in den alten Gebaueden sehen konnten.
Ausserdem haben wir sehr gut seafood am kleinen Hafen gegessen (mit franzoesischen Chansons und Fussballspielen aus dem Fernseher untermalt) und hatten wir ein sehr nettes Hotel mit recht aufmerksamen und zugewandten Gastgebern. Zum Abschied gab es fuer uns sogar ein Geschenk: zwei Seidenkrawatten! Michael war natuerlich begeistert und die Kinder in der Babarossa- Schule koennen sich jetzt schon freuen...


Dienstag, 7. Dezember 2010

Die Tempel von My Son

Heute haben wir mit einer organisierten Tour die Tempelanlagen von My Son 45 km suedwestlich von Hoi An besichtigt.



Die Tempelanlagen bestehen heute aus den Ueberresten von ca. 70 Gebaeuden, die in einem dicht bewaldeten Tal umgeben von steil aufragenden Felsen liegen. Die heiligen Staetten der Cham-Zivilisation gehoeren zum UNESCO Weltkulturerbe.

Ueber die Herkunft der Cham ist vieles noch unkar, fest steht dass sie aus Indonesien in das heutige Vietnam eingewandert sind. Die Cham siedelten in einzelnen Clans an Flussmuendungen und bildeten Hafenzentren. Ihr Haupterwerbszweig war der Seehandel zwischen Indien und China. Sie bildeten kleine Fuerstentuemer. Durch die


Entscheidung der Fuersten und aufgrund der Verbindungen zu Indien wurde im 4. Jh. eine shivaistische Staatskultur gelebt. In My son befindet
sich der erste Lingam (Phallussymbol) zur Verehrung Shivas. Die vorher praktizierte Ahnenverehrung und die Verehrung des Lingam verschmolzen miteinander. Das Lingam wurde mit einem oder mehreren Gesichtern geschmueckt, die aus Stein oder aus Gold- oder Silbermasken bestanden.
Von den Bauten der Cham sind nur die religioesen Staetten erhalten. Sie sind aus Ziegelsteinen mit einer speziellen pflanzlichen Verbindung gebaut, waehrend die anderen Haeuser aus Holz laengst verfallen sind. Lange schlummerten die Tempelruinen im Dschungel von My Son bis sie Ende des 19. Jahrhunderts von franzoesischen Truppen wiederentdeckt wurden und
im Anschluss von franzoesischen Archeologen untersucht und gezeichnet wurden. Dass war ein Glueck, denn im Vietnamkrieg wurde der groesste Teil, der noch gut erhaltenen Anlagen durch die amerikanischen Bomben zerstoert.

Heute sieht man also nur noch Tempelruinen. In My Son war eine Anlage ganz gut erhalten, bei den anderen Anlagen sah man nur die Fundamente, andere wurden gerade restauriert. Einige hinuistische Standbilder sind in Museen untergebracht.



Reisetipp: Wenn ihr mal in der Gegend seid, mietet euch lieber ein Moped (very cheap) und erkundet auf eigene Faust. Bei unserer Tour standen wir sehr unter Zeitdruck und zeitweise konnte man vor lauter Touristen keine Ruinen mehr sehen. Als unsere grosse Reisegruppe dann ging, war es ploetzlich wieder menschenleer. Schade!

Montag, 6. Dezember 2010

Nikolaus komm in unser Haus!

Allen Leserinnen und Lesern unseres blogs wuenschen wir einen schoenen Nikolaustag und einen gefuellten Stiefel!


Hier in Vietnam haben wir die ersten Weihnachtsbaeume (im Hotelfoyer) und Weihnachtsmaenner aus Papier an Tueren in Geschaeften und Hotels gesehen. Aber wirklich nur einige wenige...

Dass man mit Weihnachtmaennern auch Auto fahren kann, zeigten uns gestern einige Kinder beim Autoselbstfahrer in Hue - gleich neben dem Ho-Chi-Minh-Museum.


Wie stimmungsvoll es auch ohne Christbaumkugeln zugehen kann, konnten wir gestern abend in der Altstadt von Hoi An erleben.

Samstag, 4. Dezember 2010

Hue - die alte Kaiserstadt

Zwei Naechte in Hue: Gestern haben wir den alten Kaiserpalast der Nguyen-Dynastie (Foto links mit dem Pavillion der 5 Phoenixe ueber dem Mittagstor) besichtigt, heute (4. Dezember) haben wir vorwiegend die Kaisergraeber besucht, die im Sueden von Hue liegen und mit dem Boot oder mit Raedern erreicht werden koennen.

Gestartet sind wir um 9 Uhr mit einem Paar vom Bodensee - Ulli und Udo -, die wir vor ein paar Tagen auf unserer Tour in der Halong-Bucht kennen gelernt haben. Mit alten Raedern ging es erst mal auf die noerdliche Seite des Ufers des Parfuemflusses. Eine riesige und breite Bruecke, dennoch Stau der Motorraeder und Fahrraeder. Dann ging ein Tretlager eines Fahrrades kaputt. Praktischerweise hatte direkt auf dem Buergersteig ein alter Mechaniker seine Werkstatt aufgebaut. Das Vorhandensein einer Werkstatt wird in Vietnam einfach mit einem alten Fahrradmantel gekennzeichnet, den man z.B. an einen Baum sichtbar anlehnt. Mit viel Geschraube und Gehaemmer hat der Mechaniker das Tretlager repariert, sodass wir eine halbe Stunde spaeter unsere Tour fortsetzen konnten. Zunaechst haben wir die Thien Mo-Pagode besichtigt, eindrucksvoll der siebenstoeckige, 21 Meter hohe Turm der Freude und Anmut.

Dann ging es weiter auf kleinen Strassen, entlang an schlichten Haeusern und einfachen Doerfern, die direkt an der Strasse in Ufernaehe lagen. Irgendwann war der Weg so matschig, dass wir die Raeder am Wegesrand entlang tragen mussten. Dann ging gar nichts mehr, weil Schlamm und Baumstaemme den Uferweg versperrten. Frauen wollten uns fuer viel Geld ein Stueck mit ihren Booten flussabwaerts mitnehmen. Das war eine nette Touristenfalle. Denn wir schleppten die Raeder ueber die Baumstaemme und noch eine Treppe hinauf, kamen an ein Tor und waren schon wieder an einer alten Pagode. Von da aus mussten wir und die Raeder aber ein Stueck mit einem Boot, um ueber einen Nebenfluss zu kommen. - Bis Mittags hatten wir es dann geschafft und waren am ersten Kaisergrab.

Das Grab von Kaier Minh Mang war in einem grossen Park angelegt. Die kaiserlichen Feng-Shui Spezialisten hatten 14 Jahre lang nach einem geeigneten Platz gesucht, waehrenddessen war Kaiser Minh Mang gestorben (1841), aber sein guter Sohn und Nachfolger Thieu Tri liess die Arbeiten beenden. Die Gebaeude sind um eine 700 Meter lange Ost-West-Achse gruppiert. Sie entlangzugehen und sich dem Grab zu naehern, versinnbildlicht den Uebergang von der irdischen in die himmlische Sphaere. Folgt man dem Weg zum Grab geht man durch verschiedene Tore, Pavillons und Tempel, man ueberquert Terassen und steigt Stufen hinauf und hinab. Die Tore und Tempel haben so ansprechende Namen wie Tor der glorreichen Tugend oder Tempel der segensreichen Wohltat. Den Grabhuegel selbst konnte man nicht betreten. Um dorthin zu gelangen ueberquerte man ein Bruecke uber des See des Neumondes bis zu den Stufen (siehe Foto unten) .

Diese Anlage hat uns von der Gestaltung mit den Seen, Huegeln und Baeumen am besten gefallen. Interessant auch, dass die zahlreichen Konkubinen und die Eunuchen des Kaisers nach seinem Tod lange Zeit auf dem Gelaende in speziellen Gebaeuden leben mussten.

Die zwei weiteren Graeber, die wir danach besuchten, - Grab on Tu Duc und Grab von Khai Dinh - waren ganz anders aufgebaut, beides auch riesige Anlagen mit Tempeln, Pavillons und Standbildern. Der letzte Kaiser, der sich so prunkvoll bestatten liess, war Khai Dinh, sein Grab wurde 1931 fertiggestellt - gar nicht so lange her. -


Donnerstag, 2. Dezember 2010

Zwei Tage in Ninh Binh

Die Stadt Ninh Binh, ca. 90 Kilometer suedlich von Hanoi hat, mal ganz unter uns, nicht viel zu bieten. Die Landschaft drumherum ist dagegen sehr sehenswert.
So haben wir gestern ein Fahrrad gemietet und die Gegend erkundet. Wir sind nach Trang An gefahren, eine Bootsanlagestelle am Fluss zwischen dicht bewachsenen Kalksteinbergen. Vom Anleger aus wird man auf kleinen Fluessen mit Ruderbooten durch die huegelige Landschaft gerudert. (Diese Region wird auch die trockene Halong Bucht genannt.) Das Schoene an der Bootsfahrt waren die Hoehlen. Auf der Strecke, die befahren wurde, gab es 10 befahrbare Hoehlen. Die laengste Strecke in einer Hoehle betrug ca. 330 Meter. - Das Foto zeigt den Blick zum Ausgang einer Hoehle.
Komisch war es fuer uns von einer aelteren Frau gerudert zu werden. Wir haben ihr mit kleinen Rudern geholfen und waren schneller als erwartet wieder am Ausgangspunkt.
Anschliessend haben wir eine nette Studentin aus Karlsruhe kennen gelernt. Da diese gerade ihr Staatsexamen des Lehramts beendet hatte, koennt Ihr Euch vorstellen, dass es dort viel zu schnacken gab (Michael).
Danach haben wir eine lokale Spezialitaet gegessen: Ziege. Das kleingeschnittene Fleisch musste man in ein Blatt mit frischer Minze einrollen und dann in eine Soja-Limettensauce tunken. Super lecker!
Im Anschluss fuhren wir noch - nach einem laengeren Umweg, weil wir von lauter Gequatsche den Abzweig verpasst hatten - nach Hua Lu. Dieses war die Hauptstadt von 968 bis 1009 und das Machtzentrum des Landes. Von der einstigen Pracht sind aber nur zwei Tempel mit sehenswerter Innenausstattung geblieben.

Heute, am 2. Dezember, hat sich Markus einen langgehegten Wunsch erfuellt: Roller fahren.
Wir sind recht frueh gestartet und in den ca. 50 Kilometer entfernten Cuc Phuong-Nationalpark gefahren. Vom Eingang des Parks waren es noch 20 Kilometer bis zum Parkzentrum. Diese Strecke bin ich (Michael) gebraust. Mit dem Automatikroller und ohne Gegenverkehr hat es richtig Spass gemacht.

Vom Parkzentrum aus haben wir eine ca. dreistuendige Wanderung durch den Regenwald unternommen. Ein wunderbar ausgebauter Wanderweg mit sehr viel Pflanzen- und Baumattraktionen fuehrte uns bergauf und bergab. Riesige Baeume, dicke Lianen, die sich um die Baeume schlingen, tolle Wurzeln und Palmen, Bananenpflanzen, Farne ...
















Hier ist Michael in voller Fahrt durch den Dschungel...

Mittwoch, 1. Dezember 2010

Unsere Lektueren - seit ein paar Wochen


Und wie sieht eure Lektuere zur Zeit aus? Irgendwelche Tipps fuer Weihnachten?
Bitte in den Kommentar!


Der Roman "Eine gute Partie" von Vikram Seth begleitet uns seit Rishikesh in Indien. Dort haben wir das Buch gegen "Das Gleichgewicht der Welt" in einem Buchladen eingetauscht. Dieser Roman hat fast 2000 Seiten und erzaehlt die Geschichte von vier Familien in den Jahren nach dem Abzug der Englaender aus Indien. Ausgangspunkt des Romans ist der Wunsch einer Witwe ihr Tochter gut zu verheiraten. Entwickelt wird auf vielen Seiten nicht nur das Leben einzelner Personen unterschiedlicher sozialer Gruppen/Kasten sondern der Roman gibt auch Einblicke ins politische und religioese Leben dieser Zeit. Wenn man dann das Buch fuer laengere Zeit aus den Haenden legt, verliert man etwas den Ueberblick ueber die Fuelle der Charaktere. Dafuer gibt es vorne im Buch einen Stammbaum der vier Familien. Fuer Leser, die sehr viel Zeit haben und sich fuer alle Aspekte indischen Lebens interessieren: die Buddenbrooks hoch Vier. Besser hat mir allerdings Das Gleichgewicht der Welt gefallen, weil es dichter an dem sehr aufwuehlenden Leben von fuenf Personen bleibt.

"Der weisse Tiger" von Aravind Adiga, eines junger Autors aus Indien, ist ein knallhartes Buch ueber die Zustaende in Indien.
Auch das Buch begleitet uns seit Rishikesh als Geschenk eines jungen Franzosen. Hier geht es um einen Inder aus einer niedrigen Kaste, der sich trickreich und im Laufe des Romans auch mit kriminellen Mitteln gesellschaftlich nach oben arbeitet. In einem Brief an den chinesischen Aussenminister erklaert er die Feinheiten des indischen Lebens und klaert uns als Nicht-Inder wunderbar ueber viele Phaenomene auf, die wir auf unserer Reise wahrgenommen haben, aber uns nicht erklaeren konnten. Der Autor schreibt aus der Perspektive eines Chauffeurs, der seine Herrschaft und deren Eigenheiten mit einem realistischen und oft auch boesen Blick auf deren Alltag beschreibt.
Das Buch ist einfach geschrieben, ich habe es in Englisch gelesen und weitgehend verstehen koennen. Fuer Leute, die in Indien waren und sich fuer das moderne Indien interessieren, ein Muss.

Der erste Krimi in deutscher Uebersetzung, der in Laos spielt ist "
Dr. Siri sieht Gespenster" von dem englischen Autor Cotterill, der heute in Thailand lebt. Dieses Buch haben wir noch aus Laos im Rucksack. Wer einen kauzigen Ermittler in fremder Umgebung (das kommunistische Laos in den fruehen siebziger Jahren) und die Loesung von drei sehr unterschiedlichen Kriminalfaellen auch mit esoterischen Mitteln mag, sollte den Roman lesen. Spannung kann man allerdings nicht erwarten, aber die Beschreibung von Lebensumstaenden, die sehr anders als die im Westen sind, ist interessant und auch erheiternd. Mittlerweile gibt es weitere Krimis mit dem 70-jaehrigen laotischen Pathologen aus Vientiane.

Erzaehlungen aus Thailand in die
Reise nach Thailand haben wir in Bangkok im Secondhand-Buchladen erstanden. In den sehr unterschiedlichen Geschichten und Erzaehlungen des Buches wird ein Einblick in das Leben in Thailand aus der Sicht thailaendischer Autoren gegeben. Manche Geschichten sind traurig, manche lustig, manche zeigen drastisch die Veraenderungen des Lebens durch den Massentourismus und die Modernisierung auf. - Unser Aufenthalt in Thailand war zu kurz, um es ganz zu lesen, so wandert es wieder zurueck nach Bangkok, um es dort hoffentlich zuende zu lesen.




Vietnam- zwei Tage in Hanoi

Letzte Woche sind wir von Luang Prabang nach Hanoi in Vietnam geflogen. Mit dem Transferbus sind wir in die Altstadt gebracht worden und haben dort ein von den Reisefuehrern empfohlenes Hotel bezogen, das wir vorher per skype reserviert hatten.
Am ersten Tag haben wir die Altstadt erkundet, unsere Weiterreise und den Ausflug zur Halong-Bucht organisiert sowie den Literaturtempel besichtigt. Der Literaturtempel wird in fast allen Reisefuehrern als ein besonderes Highlight von Hanoi angepriesen, "eine Oase der Ruhe und Beschaulichkeit von bemerkenswerter Schoenheit". Unsere hohen Erwartungen wurden nicht erfuellt. Es war eine recht schmucklose und zudem trubelige Tempelanlage, die sich ueber fuenf verbundene Innenhoefe ersteckte.
Nach der Besichtigung haben wir uns in einem nahegelegenen Restaurant von dem quirrligen Vormittag erholt.

Am zweiten Tag - nach unserer Reise zur Halong-Bucht - haben wir die "Insel" umrundet, das Frauenmuseum und das ehemalige franzoesische Gefaengnis besichtigt und uns eine Veranstaltung im Wasserpuppentheater angesehen.
Das Frauenmuseum hat uns beide besonders beeindruckt. Es befindet sich im franzoesischen Viertel von Hanoi in einem recht sachlichen Gebaeude, ein wenig zurueckgesetzt von der Hauptstrasse. Auf drei Etagen werden folgende Themen vorgestellt: Traditionelles Leben, Hochzeit und Geburt, die Rolle der Frauen im Krieg und auf der letzten Etage, Kleidung und Mode der Frauen in Vietnam. Letztere Etage hat Markus besonders gut gefallen, da man hier den Eindruck vermittelt bekam, man befaende sich in einer exklusiven Modeboutique. Das ganze Museumskonzept war sehr modern und ansprechend, manche Videoproduktionen waren gerade mal zwei Monate alt und wir hatten das schoene Museum erstaunlicherweise fast fuer uns alleine.
Das Gefaengnis von Hanoi stammt aus der Kolonialzeit der Franzosen und zeigte eindruecklich das grausame Vorgehen der Besatzer gegenueber der Bevoelkerung. Neben Gefaengniszellen, gab es auch eine Guilliotine zu besichtigen, die hier zum Einsatz kam. Aus den Todeslisten liess sich aber erkennen, dass die meisten Gefangenen der Franzosen an Unterernaehrung und Krankheiten starben. Einen ganzer Gefaengnisblock war zudem amerikanischen Kriegsgefangenen gewidmet. Die Bilder vermittelten aber eher den Eindruck, als ob es sich um ein besseres Ferienlager fuer Auslaender gehandelt haette. Hier ist neben historischen Tatsachen bestimmt eine gute Selbstdarstellung der Vietnamesen von Interesse gewesen.
Das Wasserpuppentheater hat in Vietnam eine lange Tradition. Duch das Mekong Delta und die unzaehligen Fluesse spielt das Element Wasser eine wichtige Rolle im taeglichen Leben der Vietnamesen. Wir haben zwei Karten fuer das Wasserpuppentheater erstanden, deren Vorstellungen fast immer vor ausverkauften Raengen stattfinden. Der Buehnenboden ist eine Wasserlandschaft und die Puppen werden von Schauspielern hinter einem Vorhang mit langen Stangen zum Leben erweckt. Die Musiker, auf einem hoeher gelegenen Balkon, haben die Handlungen der Puppen auf Instrumenten untermalt und den Puppen teilweise eine Stimme gegeben. Es gab neben alltaeglichen Szenen wie Kokusnusspfluecken, auch wilde Bueffelkaempfe und Pferderennen zu bestaunen. Die bunten Figuren, die fuer uns exotische Musik und die schoene Buehneausstattung haben uns ganz in ihren Bann gezogen- es war zauberhaft.
Insgesamt war der Eindruck von Hanoi sehr dominiert durch das wahnsinnige Verkehrsaufkommen. Massen von Motorraedern zumeist mit zwei Personen besetzt, bewegen sich durch die Strassen. Das Ueberqueren der Strasse wird zu einem Abenteuer. Man muss mutig losgehen und sich zwischen den Motorraedern durchbewegen, die mehr oder weniger Ruecksicht auf die Fussgaenger nehmen - das klappte eigentlich ganz gut.

Die Luft in Hanoi ist entsprechend schlecht und am spaeten Nachmittag stockt der Verkehr in den kleinen Strassen. Ueber die Buergersteige zu gehen, faellt auch schwer, da ueberall Motorraeder abgestellt werden.
Wenn alle Leute, die jetzt mit den Motorraedern unterwegs sind, auf ein Auto umsteigen wuerden, unvorstellbar.